Entrepreneur werden?!

Ich möchte gerne darlegen, wie man - oder besser gesagt wie ich - einen meiner Meinung nach guten Einstieg, Überblick und Wissen über Entrepreneurship erlangt habe.

Das A und O: Einstieg finden und auf dem Laufenden bleiben

Zunächst zu den Lehrbüchern, die den meisten beim Stichwort „Wissen“ in den Sinn kommen dürften. Viele Lehrbücher sind schon mal an sich langweilig, das weiß jeder aus dem Studium oder aus der Schule. Die bekanntesten und als empfehlenswert bezeichneten Lehrbücher über Entrepreneurship sind leider angelsächsisch geprägt und bieten für den deutschsprachigen Raum meines Erachtens nur wenig Nützlichkeit, da die Amerikanisierung Europas zwar im vollen Gange, aber noch nicht so weit ist. Man muss aber ehrlich dazu sagen, dass das „Phänomen“ Start-ups und Entrepreneurship vor allem ein angelsächsisches ist und diese Lehrbücher durchaus ihre Berechtigung haben. Aufgrund mangelnder Relevanz für den deutschsprachigen Markt gestalten sie sich aber bis auf einige wenige Ausnahmen - das ist meine eigene subjektive Sicht - meist langweilig, praxisfern und eher weniger lesenswert. Zu dem mangelnden Informationsgehalt kommt also eine verminderte Freude beim Lesen. Ich glaube, ich habe keines dieser Lehrbücher, die ich angefangen habe zu lesen, wirklich zu Ende gebracht.

Doch wie findet man den Einstieg in die Thematik? Wie bekommt man einen Überblick auf das Gebiet? Wie erlangt man nützliches Wissen? Das Internet stellt wie immer die Lösungen bereit. Im Internet gibt es eine Reihe wertvoller, aber leider wenig bekannter Quellen, die man anzapfen kann. Diese habe ich zu einem „multimedialen“ Blogroll auf meinem Blog zusammengefasst und ich verfolge diese auch selber. Für alle, die nicht wissen was ein Blogroll ist: Ein Blogroll ist laut Wikipedia „eine öffentliche Linksammlung zu anderen Weblogs, die meist gut sichtbar auf der Startseite und allen Unterseiten platziert ist“.

Es finden sich Text-, Video- und Audio-Blogs darunter. Ich finde den multimedialen Ansatz gut, da wirklich für jeden ein Zugang zu dem Themengebiet so möglich ist. Zudem gestalten sich die Geschmäcker und Präferenzen unterschiedlich: Manche nehmen Dinge besser auf, wenn sie diese lesen. Andere bevorzugen Videos. Einige hören viel lieber zu. Und wiederum andere, so wie ich, bevorzugen einen ganzheitlichen Ansatz mit allen Elementen, weil dieser die meiste Abwechslung hat und so nicht nur Spaß macht, sondern auch die Aufmerksamkeit steigert.

Die Blogs sind alle lesens-, sehens- und hörenswert! Eine Benotung der einzelnen Blogs erübrigt sich. Jedoch möchte ich ganz kurz auf die einzelnen deutsch- und englischsprachigen Blogs eingehen und diese nicht bloß aufführen. Es handelt sich abseits der Mainstreammedien um echte Guru-Blogs. Einer der wohl berühmtesten Entrepreneure Deutschlands - Oliver Samwer - sagte in einem Interview, dass man nicht von heute auf morgen gründen oder Entrepreneur werden kann, sondern dass man lange und konstant über Unternehmertum und mögliche Geschäftsideen denken und sich informieren sollte. Entrepreneurship ist eine handfeste Lebenseinstellung und keine Flucht aus dem Alltag in eine Illusion der Freiheit und Unabhängigkeit. Durch die dauerhafte Beschäftigung mit dem Thema bekommt man so ein hervorragendes Entrepreneurial Mindset, sozusagen ein Gespür für realisierbare Gründungen. Man entwickelt unternehmerische Fähigkeiten und ist schnell in der Lage, natürlich auch durch Informationsbeschaffung, potentielle Geschäftsideen in einer Art "Mini-Business Plan" zügig zu durchdenken und zu bewerten. Darauf aufbauend kann man dann entscheiden, ob es sich lohnt, die Idee weiter zu verfolgen. Es ist wichtig, über viele Sachen nachzudenken und viele Szenarien durchzuspielen, denn statistisch gesehen sind nur die wenigsten Start-ups wirklich erfolgreich.

Die Reihenfolge ist alphabetisch und spielt keine Rolle.

Entrepreneurship Campus
Der Entrepreneurship Campus stammt aus der „Gründerhauptstadt“ Berlin. Hier finden sich Informationen zu den Geschehnissen, kleineren und größeren Terminen: Etwa dem jährlich stattfindenden Entrepreneurship Summit, der sich um Gründungskonzepte dreht. Die Tickets für dieses Event sind immer lange vorher ausverkauft. Kein Wunder, denn wie oft hat man schon die Gelegenheit mit Internet-Stars des deutschsprachigen Raums wie zum Beispiel Ibrahim Evsan Networking zu betreiben? Besonders gelungen neben den Networking- und Event-Aspekten ist zum Beispiel eine Zusammenstellung an Ressourcen, die Wert auf für Gründer im Raum DACH nützliche Literatur legt.

Fast Company
Fast Company ist fast schon ein Muss für jeden, der sich ernsthaft mit Entrepreneurship, Geschäftsideen und Business Models befasst. Über Fast Company schreibt man eigentlich nicht, das muss man selber lesen. Es handelt sich um einen inhaltlich und optisch wirklich gelungenen, englischsprachigen und international bekannten Blog. Die Social-Media-Statistiken des Blogs sind phänomenal, die Beiträge werden in kürzester Zeit auf allen möglichen Social-Media-Kanälen weitergereicht. Viele Artikel drehen sich um allgemeine Ideen, Konzepte, Innovationen und Trends, die den Blog sehr attraktiv machen.

Rhein-Main-Startups
Die regionale Vernetzung und Nutzung von Plattformen ist wichtig, um mit Entrepreneuren in Verbindung zu treten, über Ideen zu diskutieren, eigene zu entwickeln und um Co-Founder für ein Vorhaben zu finden. Auch in Zeiten des Internets sind der geografische Aspekt und der soziale Austausch durchaus relevant und nicht zu vernachlässigen. Auf Rhein-Main-Startups sind Berichte rund um die Gründerszene im Rhein-Main-Gebiet. So ist auch das Ziel von Rhein-Main-Startups „mehr Sichtbarkeit für die Gründerszene im Rhein-Main-Gebiet zu schaffen“ und zu zeigen, dass „sich hier etwas bewegt“. Auf Rhein-Main-Startups findet man einige Informationen zu Gründerwissen, vieles über Events und nützliche, lokale Verzeichnisse. Es gibt in Deutschland zum Beispiel zahlreiche regionale Anlaufstellen für die Start-up-Szenen vor Ort, Rhein-Main-Startups ist ein gutes Beispiel dafür. Es lohnt sich wirklich, diese zu recherchieren, zu finden und zu lesen oder mitzumachen.

StartingUp
StartingUp ist ein umfassendes Magazin, das als „Magazin für Gründerkultur und unternehmerisches Denken“ beschrieben werden kann. Neben den Artikeln im Internet kann es auch abonniert werden. StartingUp bietet das „Gründernavi“, das ein äußerst nützliches Tool ist, um einen Überblick über den Prozess der erfolgreichen Gründung eines Start-ups zu gewinnen und einen flexiblen Fahrplan für die konkrete Umsetzung zu haben. Auch ist der Auftritt im Internet wie die einzelnen Kapitel eines Businessplans strukturiert und es gibt viele Informationen von der Ideenfindung bis zur Wachstumsstrategie. Die Artikel sind sehr praxisrelevant geschrieben und haben teilweise auch Checklisten beigefügt. Auf diese Weise ist StartingUp eine gute Quelle für Informationen zur Gründung und man findet regelmäßig wirklich informative News.

Startupradio und Venture TV
Startupradio und Venture TV können als gelungene Alternative (für alle Lesefaulen) oder als abwechslungsreiche Ergänzung (für Wissenshungrige) betrachtet werden. Sie bieten ein in jedem Fall anregendes Format mit Interviews von einer Vielzahl bekannter Unternehmerpersönlichkeiten, jungen Entrepreneuren, etablierten Experten und anderen Menschen aus der Start-up-Szene. Der Informationsgehalt ist bei Startupradio sehr hoch, da die Interviews und Podcasts meist mehrere Minuten dauern und gute Fragen gestellt werden. Bei Venture TV sind die Interviews zwar nur wenige Minuten lang, aber man kann sich in den Videos auch gute Informationen besorgen und einen optischen Eindruck von der Mimik und Gestik der Interviewten machen, was auch ganz interessant ist.